VCÖ-Fachveranstaltung zeigt: Klimawandelanpassung im Straßenraum erfordert deutlich mehr Tempo
Bei einem gut besuchten Online-Webinar des VCÖ am 26. November 2025 wurde eindrucksvoll sichtbar, wie stark der Handlungsdruck im Bereich der Klimawandelanpassung bereits jetzt für Städte und Gemeinden gestiegen ist. Österreich zählt heute bereits deutlich mehr Hitzetage als je zuvor und die Temperaturentwicklung verläuft deutlich schneller als noch vor einigen Jahren vorhergesagt wurde. Expert:innen betonen, ohne eine konsequente Transformation des Straßenraums wird es kaum gelingen, die Lebensqualität in österreichischen Städten und Gemeinden zu erhalten und zu sichern.
Bereits heute verursachen Extremwetterereignisse Schäden in Milliardenhöhe. Das Rekordjahr 2024 brachte besonders eindrucksvoll zum Vorschein, wie häufig und Intensiv Hitzeperioden, Tropennächte und Starkregenereignisse inzwischen auftreten. Viele Kommunen stehen damit vor der dringlichen Aufgabe, Flächen zu entsiegeln, mehr Schattenflächen zu schaffen und die Aufenthaltsqualität öffentlicher Räume trotz Hitze zu verbessern.
Weatherpark mit klarer Botschaft
Isabel Auer von Weatherpark machte in ihrem Vortrag deutlich, wie stark sich die Temperaturentwicklung in Österreich beschleunigt hat und welche Bedeutung eine klimagerechte Gestaltung des Straßenraums für die Abkühlung hat. Durch gezielte mikroklimatische Maßnahmen, wie Beschattung, Begrünung, helle Oberflächenmaterialien oder Wasserelemente, lassen sich Hitzeinseln deutlich reduzieren. Gleichzeitig entstehen Räume mit hoher Aufenthaltsqualität, die sich auch an heißen Sommertagen angenehm nutzen lassen.
Aktuelle Projekte zeigen, wie Klimawandelanpassung im Straßenraum gelingen kann
Viele nationale und auch internationale Projekte zeigen, wie stark klimaresiliente Gestaltung die Aufenthaltsqualität steigern kann. Etwa die Umwandlung des Nibelungenplatzes – eines großen Parkplatzes in einen Park – in Tulln über das begrünte Ortszentrum in Lanzenkirchen bis hin zu umfassenden Entsiegelungsmaßnahmen in Brüssel.
Mehr Entsiegelung, mehr Beschattung, mehr Klimaschutz
Die Veranstaltung machte unmissverständlich klar, dass die Anpassung an den Klimawandel und steigende Temperaturen nicht länger als Zukunftsthema betrachtet werden darf. Sie ist schon jetzt eine zentrale Voraussetzung, um Städte lebenswert zu erhalten. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die Umverteilung von Verkehrsflächen, die Nutzung der Flächenreserve “Parkplatz”, neue Grünräume und klimaresiliente Wasserführung wie das Schwammstadtprinzip spielen hier eine zentrale und entscheidende Rolle.

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