ZKA Vortrag: Nutzung von planungsbezogener Stadtklimatologie für städtebauliche Wettbewerbe

12.02.2026

Was ist planungsbezogene Stadtklimatologie?

Wir durften beim Zentrum für KlimaAnpassung (ZKA) einen Expertenvortrag zum Thema Planungsbezogene Stadtklimatologie halten. Diese verbindet klimatologische Analysen mit konkreten Fragestellungen der Stadt- und Freiraumplanung. Ziel ist es, die Lebensqualität in Städten und Gemeinden langfristig zu erhalten und zu erhöhen. Insbesondere mit dem Hintergrund der Klimakrise und daraus resultierenden steigenden Temperaturen und zunehmenden Extremwetterereignissen.

Im Fokus stehen klimatisch relevante Themen wie sommerliche Hitze, Windverhältnisse, Niederschläge oder Klatluftströmungen. Diese werden im direkten Zusammenhang mit der Bebauung, der Freiraumgestaltung und der Nutzung analysiert. Im Anschluss lassen sich gezielte Maßnahmen auf Quartiers- oder Objektebene ableiten, die zu komfortablen, gut nutzbaren und klimawandelangepassten Siedlungen beitragen. 

Im Rahmen der planungsbezogenen Stadtklimatologie entstehen auf Basis von Stadtklimaanalysen strategische Inputs für die Stadtentwicklung ebenso wie konkrete Empfehlungen für einzelne Projekte. Aufbauend auf diesen Analysen umfasst das Instrumentarium unter anderem Beratungen, Messungen, Studien, mikroklimatische Simulationen, Workshops, Gutachten und klimatische Vorprüfungen.

Planungsbezogene Stadtklimatologie im städtebaulichen Wettbewerb

Städtebauliche Wettbewerbe spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung zukunftsfähiger und klimwandelangepasster Quartiere und Stadträume. Gerade in den frühen Planungsstadien bietet die planungsbezogene Stadtklimatologie großes Potenzial, um klimatische Aspekte systematisch zu integrieren und qualitativ abzusichern.

Bereits in der Phase der Auslobung können stadtklimatische Analysen und klar formulierte Leitlinien dazu beitragen, dass Wettbewerbsbeiträge von Beginn an auf erprobte und wirksame Maßnahmen zur Hitzereduktion, zur Sicherung der Durchlüftung, sowie zur Erhöhung der Resilienz gegenüber Starkregenereignissen ausgerichtet werden. Im weiteren Verlauf lassen sich Wettbewerbsarbeiten fachlich vorprüfen oder Planungsteams im Rahmen von Werkstattverfahren qualitativ beraten, um konkrete klimaangepasste Lösungen gezielt zu schärfen und weiterzuentwickeln.

Auch während der Jurysitzungen ist eine fachliche Begleitung besonders sinnvoll, um klimatische Wirkungen und mögliche Konflikte transparent zu machen. Ergänzend ermöglichen quantitative mikroklimatische Simulationen einzelner Beiträge eine fundierte Einschätzung, wie stark ein Projekt das lokale Stadtklima verändert und wo Optimierungspotenziale liegen.

Auf dieser Grundlage können schließlich konkrete Empfehlungen für den Wettbewerbssieger formuliert werden. Sie dienen der Qualitätssicherung in der weiteren Planung und unterstützen die Einhaltung übergeordneter Zielsetzungen, etwa aus kommunalen Klimaanpassungs- oder Stadtentwicklungskonzepten

Warum der frühe Blick aufs Stadtklima entscheidend ist

Planungsbezogene Stadtklimatologie stärkt städtebauliche Wettbewerbe dort, wo Weichen gestellt werden: in der frühen Entwurfsphase. Sie hilft, Klimawandelanpassung fachlich abzusichern und als integralen Bestandteil guter Planung zu verankern.

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