MENU
Responsive Menu Clicked Image

Editorial: Klimawandel oder wie sich das Wetter in den letzten 50 Jahren verändert hat

Immer wieder kommt die Diskussion auf, ob es den Klimawandel überhaupt gibt. Der Vortrag von Annemarie Lexer (ZAMG) und Heimo Truhetz (Wegener Center für Klima und globalen Wandel) bei einem Workshop des Lebensministeriums* hat gezeigt, dass für eine Untersuchung keine Modelle konstruiert werden müssen – eine Analyse der Klimadaten der letzten 50 Jahren genügt. Die beiden Wissenschaftler haben den Zeitraum 1986 bis 2010 mit der Periode 1961 bis 1985 verglichen – das sind jeweils 25 Jahre. Und das Ergebnis beweist, dass sich das Klima in Österreich bereits verändert hat. Die Mitteltemperatur ist im Sommer um 1,3°C und im Herbst um 0,4°C angestiegen.

© Rosel Eckstein / Pixelio

© Rosel Eckstein / Pixelio

Am deutlichsten zeigt sich der Klimawandel bei der Zunahme der Hitzeperioden. Gab es in der ersten Periode (1961-1985) im Schnitt gut zwei Tage pro Jahr mit über 30°C (Ermittlung nach Kysely**), so waren es in den letzten 25 Jahren schon 4 Tage. Simon Tschannett, Meteorologe und Geschäftsführer von Weatherpark, erklärt die Zahlen: „Das klingt nach wenig. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass dieser Wert ein Durchschnitt über ganz Österreich ist. In den bergigen Regionen – die flächenmäßig den Großteil Österreichs ausmachen – steigt die Temperatur fast nie über 30°C. In den östlichen, flacheren Teilen dagegen gibt es in manchen Jahren bereits mehr als 20 Hitzetage.“ Es existieren also sehr deutliche regionale und saisonale Unterschiede. „Es lässt sich eindeutig sagen, dass die Änderung signifikant ist. Und es handelt sich dabei nicht um Modell-Berechnungen, sondern um gemessene Werte der letzten 50 Jahre! Der Klimawandel ist also in vollem Gange,“ fasst Simon Tschannett die Analyse zusammen.

 


* Workshop „Anpassung an den Klimawandel – Herausforderung und Chance“, veranstaltet vom österreichischen Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

** Der tschechische Meteorologe Jan Kysely definierte eine Hitzewelle mit einer Serie von zumindest drei aufeinanderfolgenden Tagen über 30 °C, die höchstens kurz von einem Tag zwischen 25 und 30 °C unterbrochen wird und die mittlere Maximaltemperatur in der Periode größer 30 °C ist. Jeden Tag so einer Hitzewelle bezeichnet man als Kysely-Tag.