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Editorial zum neuen Info-Service: Neue Chance für Stadtklima-Entwicklung durch IBA in Wien

Die Internationale Bauausstellung (IBA) wurde nun offiziell in Wien gestartet. Bis 2020 wollen die Stadt und zahlreiche Fachexperten gemeinsam mit der Wiener Bevölkerung an dem Thema „Neues soziales Wohnen im 21. Jahrhundert“ arbeiten. Ziel der Internationalen Bauausstellung ist es, neue Anforderungen und Qualitätskriterien an den sozialen Wohnbau zu diskutieren und zu definieren. Die Ergebnisse sollen in konkrete Entwicklungen einfließen und so in den nächsten Jahrzehnten einen hohen Standard sicher stellen. „Damit dies gelingt, ist es notwendig auch den Außenraum mit einzubeziehen“, verdeutlicht Matthias Ratheiser, Geschäftsführer von Weatherpark, den Umfang der Thematik. „Denn nur wenn sich die Menschen auf den Freiflächen rund um die Wohnbauten wohl fühlen, werden sie sich dort aufhalten und miteinander ins Gespräch kommen. Ist es dort im Sommer zu heiß und den Rest des Jahres pfeift der Wind, dann flüchten sich die Bewohner in die eigenen Wohnungen.“

Weatherpark engagiert sich seit über 10 Jahren für die Verbesserung des städtischen Mikroklimas. Simon Tschannett fällt auf, „dass Wien die Wichtigkeit des Themas Klimawandel grundsätzlich erkannt hat. Es wurde zum Beispiel im Stadtentwicklungsplan STEP 2025 berücksichtigt. Danach passiert wieder viel auf Bauplatz-Ebene, was allerdings stark von den jeweiligen Immobilienentwicklern und Bauherren abhängig ist. Wir von Weatherpark wünschen uns, dass es generell konkretere Vorgaben und Empfehlungen für den Städtebau gibt, an die sich alle Beteiligten halten müssen. Die IBA bietet nun die Chance, daran weiter zu arbeiten.“ Matthias Ratheiser, der für die Strömungs-Simulationen der Projekte bei Weatherpark zuständig ist, ergänzt: „Es ist auch wichtig, dass die Fülle der Möglichkeiten zur Verbesserung des Stadtklimas gesehen werden. Oft wird nur an „Hardware“, wie die Verwendung bestimmter Materialien, Pflanzen oder Farben, gedacht. Dabei kann schon viel früher mit dem Einsatz von spezieller Software klima-angepasst geplant werden.“

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Hintergrundinformation zur IBA:

Internationale Bauausstellungen finden bereits seit mehr als 100 Jahren in Deutschland, der Schweiz und Österreich statt. Dabei werden Fragestellung zu den Themen Stadtplanung und Städtebau auf einer breiten Ebene bearbeitet: von den Stadt- und Bezirksverwaltungen, Fachexperten, Forschungseinrichtungen und der ansässigen Bevölkerung. Die Prozesse sollen zu neuen Lösungsansätzen und Modellen führen; und bis zum Präsentationsjahr – dem letzten Jahr der jeweiligen IBA – in baulichen Projekten veranschaulicht werden.

Die IBA in Wien zum Thema „Neues soziales Wohnen im 21. Jahrhundert“ wird bis 2020 dauern. Der Schwerpunkt „Stadtentwicklung“ wird mit der Seestadt Aspern (22. Bezirk) und dem ehemaligen Gaswerk Leopoldau (21. Bezirk) veranschaulicht. Als „Stadterneuerungsgebiete“ stehen das Sonnwendviertel (10. Bezirk) und Reindorf (15. Bezirk) im Fokus. Und da zusätzlich die Nachkriegsbauten eine Aufgabenstellung der IBA sind, präsentieren sich die Hauffgasse (11. Bezirk) und die Wiener Werkbundsiedlung (13. Bezirk) als Best-Practice-Beispiele.