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Neue Erkenntnisse bei der Stadtklimakonferenz in New York

Editorial zum Info-Service Oktober 2018

Im August waren wir – Simon Tschannett und Matthias Ratheiser – bei der Stadtklimakonferenz (ICUC) in New York, die von gut 600 Delegierten aus etwa 60 Ländern besucht wurde. Die zahlreichen Vorträge an den fünf Tagen haben uns bestätigt: das Standard-Rezept zur Anpassung an den Klimawandel gibt es nicht! Im Gegenteil: neueste Untersuchungen zeigen immer deutlicher, dass für jede Stadt und jeden Stadtteil ein eigener spezieller Mix an Maßnahmen ausgewählt werden muss – und dieser Mix hängt von sehr vielen Faktoren wie zum Beispiel Versiegelung, Bauhöhe, Verkehr, Wind oder Frischluftschneisen ab.

Auch die Maßnahmen an sich und vor allem deren Wirkung sind mittlerweile genauer untersucht worden:

Gewässer allgemein sind zum Beispiel keine geeignete Methode um die Umgebung zu kühlen. Diese sind nur wirksam, wenn das Wasser versprüht wird (etwa durch einen Springbrunnen) oder in Kombination mit dichtem Baumbewuchs. Bäume wirken sich allerdings auch nur unter bestimmten Bedingungen uneingeschränkt positiv auf die Lebensqualität aus. Denn sie spenden zwar Schatten und senken durch die Verdunstung die Tagesspitzen der Lufttemperatur. Andererseits können sie aber auch die nächtliche Abkühlung verringern und Schadstoffe auf Fußgängerniveau zurückhalten. Deshalb ist es wichtig, den Verkehr von Benzin- und Diesel-Fahrzeugen unter Bäumen einzuschränken. Begrünte Fassaden haben ebenfalls einen positiven Effekt auf den Fußgängerkomfort – allerdings nur bis zu einer Höhe von 6 Metern. Sowohl bei Bäumen als auch bei Pflanzen auf Fassaden ist gleichzeitig der Wasserbedarf nicht zu vergessen. Dieser sollte im Idealfall klimaneutral gedeckt werden können. Den besten Effekt haben Bäume und begrünte Fassaden, wenn diese miteinander „vernetzt“ sind, also nicht einzeln stehen. Denn die kühlende Wirkung von Parks reicht nur ein oder zwei Straßen weit. Zwischen den Parks müssen die Wege mit weiteren Pflanzen „gekühlt“ werden.

Als Fazit lässt sich sagen: Wenn die Maßnahmen standortgerecht sind, dann werden sich die Menschen auch trotz Klimawandel künftig in den Städten wohl fühlen können.